B-Wurf Wochenrückblick

8. Lebenswoche

.31.05.2020

Wie nahezu jede Nacht verarbeite ich die Tagesgeschehnisse in meinen Träumen. Dieses Mal ist es Beryl, der das Headphone seiner Mutter findet. Ganz eifrig fragt er sie nach der Nummer des Job Centers. Amira, die ja der Meinung ist, dass Seehoheiten nicht arbeiten müssen, sondern nur verwöhnt werden sollten, gibt ihm aber die Nummer, damit er seine Lektion lernt. Nachdem Beryl mit einigen seiner Geschwister nicht nur die unteren Zweige meiner Magnolie gekappt, sondern auch die noch unreifen Stachelbeeren gepflückt hat und was dem ganzen noch die Krone aufsetzt, büschelweise Gras ins Welpenzimmer getragen hat, ist ganz klar, er möchte Gartengestalter werden. Die zuckersüße Bjenna klimpert ein paar mal mit den Wimpern und lackiert ihre Nägel. Für sie kommt das alles nicht in Frage, sie pflückt höchstens Blumen. Bricido aber meldet sich ebenfalls zu Wort. Er hat mit Wasser schon soooo viel Erfahrung und möchte daher unbedingt Bademeister werden. Ich traue meinen Ohren nicht, denn ich habe ihn erst ein paar Mal im Planschbecken gesehen. Da mischt sich Baronessa ins Gespräch. Mir schwant nichts Gutes und so ist es auch, denn sie wird auf alle Fälle Rockerbraut. Vor meinem geistigen Auge fahre ich eine alte BMW und im dazugehörenden Beiwagen thront meine kleine Seehoheit natürlich mit Rayban Brille. 

Was diese Woche tatsächlich geschah: Die Seehoheiten wurden geimpft und gechipt und haben, weil das so weh getan hat, aus purem Trotz das gesamte Behandlungszimmer voll gepinkelt. Und gestern war dann Wurfabnahme. Ganz gelassen und freundlich haben sie mit Tante Petra alle vorgeschriebenen Tests absolviert. Und jetzt kommt der für mich schwerste Teil, denn während die Seehoheiten ganz eifrig ihre Köfferchen packen, brauche ich Beruhigungspillen, damit der Abschied nicht so tränenreich wird. Aber einen Trost habe ich ja, die Seehoheiten werden es im neuen Zuhause schön haben und die Rockerbraut bleibt ja hier.

 

7. Lebenswoche

24.05.2020

Baronessa sitzt im Welpenzimmer und hat ihre Wurfgeschwister hinter sich aufgereiht. Sie brummt und imitiert Motorengeräusche. Gerade teilt sie den Geschwistern mit, dass gleich eine Linkskurve kommt und alle sich deswegen nach links in die Kurve lehnen sollen. Hintergrund für diese Übung, die sie gerade mit ihren Geschwistern durchführt, ist unsere erste Autofahrt gestern, die wirklich aufregend war. Gesa und Daniela haben bei dieser Ausfahrt geholfen und wir hatten wirklich Spaß, als wir endlich im Freizeitzentrum ankamen. Und da es dort viele Leckerlies für das brave Verhalten gab, waren alle glücklich. Wir haben in fremdem Gelände dann noch richtig getobt und einen anderen Hund kennen gelernt. Amira hat ihre fünf narrischen Minuten gehabt, wollte alle Seehoheiten zum Spielen animieren und wie immer in solchen Fällen mimte sie den Pausenclown. 

Und die Frage, die alle interessiert ist doch, wer wird die neue Seeprinzesin in der Hoheitenvilla sein. Die Entscheidung ist wirklich schwer gefallen, denn bei so vielen tollen Hoheiten war das nicht so einfach. Aber nun steht es fest. Baronessa, die Chefin, Kleinste, aber Agilste wird unser Rudel bereichern und hoffentlich irgendwann die Mutter des C Wurfs sein. 

Die letzte Woche in der Hoheitenvilla bricht an. Ich bin traurig, dass die Schatzbären gehen und doch froh, denn ich habe so viele wunderbare Traumwelpenbeitzer gefunden, aber dazu nächste Woche mehr. 

6. Lebenswoche

16.05.2020

Ich bin gerade im Welpenzimmer und mache das, was jeden Tag ansteht. Nach der Fütterung wird der gesamte Raum gereinigt. Gerade nimmt Basima auf dem Wischmop Platz und lässt sich von mir durch den Raum chauffieren. Beryl findet meine Aufteilung der Unterlagen nicht passend und räumt schon mal alle Handtücher um. Während ich noch darüber nachdenke, wie ich das Welpenzimmer umgestalte, meldet sich Baronessa zu Wort und möchte mir unbedingt zeigen, was es im Garten für tolle Spiele gibt. Der Tunnel hat ihre ganze Aufmerksamkeit und sie versteckt sich dort sofort mit ihren Geschwistern, um gleich darauf mit großem Hallo wieder am anderen Ende des Tunnels aufzutauchen. Ich muss herzhaft lachen, denn diese Meute ist einfach unglaublich.

 

Wir hatten diese Woche auch Besuch von einem jungen Mopsrüden und seiner Familie. Alle finden den Mops, der gerade mal so groß ist wie die Seehoheiten selbst, total cool und haben Spaß. Und die beiden jungen Mädels der Familie haben die Welpen so richtig durchgekuschelt. Natürlich kommen auch immer mehr Traumwelpenbesitzer und knutschen ihre zukünftigen Familenbesitzer. Ich bin total geflasht von den wundervollen Kontakten. Leider läuft mit den Interessenten nicht immer alles rund, aber damit muss eine Züchterin wohl leben. Und inzwischen ist auch klar, wer bei mir bleiben wird. Aber dazu mehr nächste Woche.

 

5. Lebenswoche

10.05.2020

Es ist Freitag, 14.45. Im Welpenzimmer sitzen Bjenna und Berenice und unterhalten sich über den bevorstehenden Besuch von Papa Bootsmann. Bjenna freut sich und meint: "jetzt dauert es nicht mehr lange, bis unser Papa kommt". Berenice darauf neunmalklug: "ach so". Bjenna weiter: "Du weißt schon, dass Papa genauso aussieht wie Du". Berenice antwortet entnervt: "natürlich, ich bin ja nicht so blond wie Du". Bjenna, die immer das letzte Wort haben muss, antwortet: "klar, Du bist nicht so blond, nur halbblond, zum Beispiel am Popo."

Und da klingelt es auch schon. Unter frenetischem Gejubel der Seehoheiten betreten Bootsmann und im Gefolge sein Personal die Villa der Seeprinzessin. Der Papa bestaunt die Kinder, tätschelt liebevoll ihre Köpfchen und tauscht das eine oder andere Küsschen aus. Und dann entdeckt er seine große Liebe Amira. Er raunt ihr zu: "Mäuschen, ich habe draußen im Garten ein lauschiges Eckchen entdeckt, wollen wir uns da in ein paar Minuten treffen....". Amira , ganz die Mama, erwidert nur mit Augenaufschlag: "Liebster, ich bin alleinerziehende Mutter und muss mich jetzt voll und ganz um meine sehr wohlgeratenen Kinder kümmern." Eigentlich müsste ich mich an dieser Stelle einklinken, denn ich trage sehr wohl zu dem "wohlgeraten" bei, aber ich bin natürlich stolz auf Mama Amira. Nicht unerwähnt muss hier sein, dass ich es bin, die seit einigen Tagen die Hühnerherzen und andere Leckereien Tag für Tag für die Seehoheiten zubereitet und ihre Hinterlassenschaften aus dem Gehege entferne. Aber dazu nächste Woche mehr.

 

4. Lebenswoche

02.05.2020

Ich träume wieder und dieses Mal ist es nicht die Seeprinzessin die telefoniert, sondern die Tochter Baronessa, denn Amira geht in ihrer Mutterrolle auf und ist daher anderweitig beschäftigt. Das Kind hat das Headphone der Mama und das Handy gefunden. Der Kopfhöhrer ist für sie zu groß und sie tippt wie entfesselt auf dem Handy herum. Dabei kommt sie, tollpatschig wie sie ist, auf die Wiederholtaste. Am anderen Ende ist Bootsmann. "Hallo hier ist Bootsmann" sagt der Papa und flüstert gerade sehr schöne Liebesbeweise durchs Telefon, weil er glaubt Amira am Telefon zu haben. Da stoppt ihn die Baronessa und sagt: "Hallo Papa, wir würden uns so freuen, wenn du uns besuchen kommst". Er stutzt kurz, wedelt dann wie verrückt und sagt: "Ich muss mich nur kurz mit meinem Personal abstimmen, aber ich komme nächste Woche".

 

Baronessa wirft das Handy weg und ruft begeistert "Papa kommt, Papa kommt". Baron Junior hebt den Kopf, auch Basima und die anderen Seehoheiten werden wach und hüpfen wie verrückt durch das Welpenzimmer. Einige überschlagen sich vor Glück. Als ich aufwache ist alle ruhig. Wie immer habe ich das Gefühl, dass ich hier total veralbert werde. Fakt ist jedoch, Bootsmann mit Gefolge kommen tatsächlich nächste Woche. Und natürlich treffen nun auch immer mehr Traumwelpenbesitzer in spe ein und  verwöhnen die Seehoheiten mit Streicheleinheiten und die genießen das in vollen Zügen. 

3. Lebenswoche

26.04.2020

Der Herr Baron senior hat sich ganz offiziell bei der Seeprinzessin als Assistent beworben. Wie schön, dass sie ein Einsehen hatte und ihn zumindest an der Beaufsichtigung der Seehoheiten teilhaben lässt. Baron steht also ab sofort als Bodyguard und Puppynanny zur Verfügung und weil er schlau ist, hat er sich gleich zwei AZUBIs angeheuert. Baron junior und Baronessa stehen Gewehr bei Fuß und sind eifrig bei der Sache. Während Baron jr. aber bislang eher der gütige Wurfkistenwächter zu sein scheint, tritt die Baronessa jetzt schon als absolute Checkerin auf und verteilt auch schon mal Watschen.

Alle Seehoheiten sind inzwischen sehr agil unterwegs. Derzeit hat der Gang noch wenig mit Raumgriff zu tun, eher sehe ich da noch sehr viel Pass, aber ich hoffe natürlich, dass sich das noch verwächst. Auch die Kommunikation verändert sich täglich. Sehr deutlich machen uns die Seehoheiten klar, was sie wie und vor allem "zack zack" haben wollen. Und natürlich wird die Welt wie bei kleinen Kindern mit der Schnauze erkundet. Auch hier tut sich die Baronessa hervor, die nicht nur Küsschen verteilt, sondern das ein oder andere Geschwisterchen auch schon mal ins Ohr zwickt. 

 

Und natürlich füttern wir inzwischen Welpenmilch zu, denn die kleinen Seehoheiten sollen groß und stark werden. Ich benötige dafür jedoch einen Armschutz, denn die kleinen Krallen sind schon so spitz, dass ich aussehe, als hätte ich mit einem Tiger gekämpft. Nächste Woche kommen die ersten Welpeninteressenten. Ich freue mich darauf, aber dazu mehr demnächst.

2. Lebenswoche

18.04.2020

Sind Sie auch Skeptiker? Als solcher glauben Sie auch nicht an das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Bei mir ist nun aber tatsächlich ein offenbar sehr kleines Exemplar aufgetaucht. In den letzten beiden Wochen ist jeweils ein schwarzer und ein grüner Socken verschwunden. Glücklicherweise verschmäht das kleine Biest Inkontinenzunterlagen, Handtücher und Laken, die ich dringend für die Wurfkiste benötige. 

Als ich meinen Seehoheiten beim abendlichen Kuscheln von den Ereignissen in der Waschmaschine erzähle, lachen sie alle schallend. Der blonde Bayou, der so langsam die Augen öffnet und daher den entsprechenden Durchblick hat, erwidert nur lakonisch, dass doch jeder Hoviwelpe weiß, dass es keine sockenfressenden Monster gibt. Dann rückt er seine RayBan Sonnenbrille auf der Stupsnase zurecht, um seine noch sehr empfindlichen Äuglein zu schützen, und begibt sich als Bergspitze des Welpenmikado zu seinen Geschwistern. 

In Wahrheit ist im Welpencastle alles ruhig. Trinken, schlafen und ab und zu ein Pups, mehr passiert hier derzeit nicht. Außer natürlich, dass das Seehoheiten Sekretariat die vielen Anfragen sortiert und entsprechend beantwortet. Sollte Corona demnächst  doch Kontakte zulassen, dann wird es richtig aufregend in der Villa der Seeprinzessin. Aber dazu nächste Woche mehr. 

 

Geburt und 1. Lebenswoche

12.04.2020

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass bei diesem Wurf einfach alles anders läuft? Also mit der Gewissheit, dass sicher acht, vielleicht neun Seehoheiten geboren werden, messe ich die Temperatur der Königinmutter in den folgenden Tagen. Sonntagmorgen sinkt sie deutlich ab. Die Literatur besagt, dass dies auf die bevorstehende Geburt in etwa 24 Stunden hinweist und der A-Wurf hat dies bestätigt. Der B Wurf hat aber anderes vor, denn 72 Stunden später zeigen sich immer noch keine Anzeichen der herannahenden Niederkunft, wohl aber vermehrtes Aufkommen von grauen Haaren und massenweise Stirnfalten bei der Rudelchefin. Eigentlich hatte ich den Seehoheiten die Unterkunft im Hotel Mama fristgerecht gekündigt und Zeit zum Schönmachen war ja reichlich.

 

Und dann kommt er doch, der langersehnte Moment. Eine schwarzmarkene Prinzessin gibt sich die Ehre und beginnt den Reigen. Und was soll ich sagen, auch jetzt läuft alles anders. In nur fünfeinhalb Stunden purzeln sieben Seehoheiten in allen Farben in eine für sie noch unbekannte, neue Welt. Amira scheint bis dahin alles locker wegzustecken, trotzdem wünscht sie eine Pause und natürlich ist mir ihr Wunsch Befehl. Zwei Stunden später, nach der Geburt von Hoheit Nummer acht, beginne ich die Wurfkiste für die Nacht vorzubereiten. Die Welpenschar, die ich während der Geburten in einem gemütlich ausgelegten Wäschekorb geparkt habe, dürfen nun zu ihrer Mama. Aber da beginnt sie wieder zu pressen. Also muss die Rasselbande wieder in den Korb und die Seeprinzessin bringt Hoheit Nummer neun sicher zur Welt. Laut Tierarzt sollten wir nun durch sein. Aber weit gefehlt, denn gerade als ich alle Seehoheiten wieder aus dem Korb zur Mama gelegt habe, presst sie erneut. Fassungslos, nein überrascht trifft es eher, versorge ich die Mannschaft wieder im Korb, um dann einer lackschwarzen Schönheit in das Welpencastle zu helfen.

 

Jetzt ist alles friedlich und ruhig. Nur vereinzelt hört man ein zufriedenes Schmatzen. Und um noch eines anzumerken, es gibt natürlich auch Gemeinsamkeiten mit dem A Wurf. Ich sage nur "blonde Mafia". Aber dazu nächste Woche mehr.

9. Woche der Trächtigkeit

04.04.2020

Die SOKO "Wurfhöhle", bestehend aus Sherlock Baron und Michi Watson, nimmt ihre Arbeit auf. Was war geschehen? Einen Tag zuvor bereite ich nichtsahnend in der Küche das Mahl für die Hoheiten zu, als Amira mit deutlichen Erdspuren auf der Nase aus dem Garten erscheint. Sofort ist klar, dass sie die Arbeiten für ihre Wurfhöhle begonnen hat. Im Garten ist jedoch auf den ersten Blick nichts zu sehen. Das kommt mir merkwürdig vor, aber jetzt bekommt das Telefonat in meinem letzten Traum zwischen Amira und ihrem Lover eine ganz neue Bedeutung. Da wurde ich unfreiwillig Zeuge, wie die Seeprinzessin Bootsmann fragt, wann er sie denn abzuholen gedenkt. Jetzt hoffe ich nicht, dass sie sich und ihre Brut durch einen Tunnel evakuieren will. Weiß sie denn nicht, dass Corona keine Gefahr für Hunde darstellt? Und wir sind zwar hoheitlich, aber nicht die Royals, wo sich Königskinder einfach so davonstehlen können.

Sherlock Baron steht mir also zur Seite, als wir den Garten unter die Lupe nehmen. Und eigentlich ist es der Labradordame Mila aus dem Nachbargarten zu verdanken, dass wir fündig werden. Sie dreht am Zaun empört ab und wischt sich mit der Pfote noch ein paar Krümel aus dem Auge, die durch die wilden Erdarbeiten der Principessa bis auf den Nachbargrund geflogen waren. Direkt hinter dem Komposter und nahe am Zaun gräbt Amira wie entfesselt. Das war gestern. Amira hat mir inzwischen erklärt, dass ich meinen Träumen nicht so viel Glauben schenken soll. Einen Wurfhöhle ist eine Wurfhöhle, nichts weiter.

Der Tierarzt hat übrigens inzwischen auch das Geheimnis um die Welpenzahl gelüftet. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber es werden viele. Ihr dürft für die Geburt also die Daumen drücken und wir melden uns nächste Woche wieder aus der Wurfkiste....

 

8. Woche der Trächtigkeit

27.03.2020

In meinem Traum letzte Nacht werde ich zufällig Zeuge eines Telefonats zwischen der Seeprinzessin und ihrem Holden. Madam sitzt mit Headphone ganz entspannt auf ihrem Thron und Bootsmann hat sich in den Garten gestohlen, um ungestört telefonieren zu können. Beide kichern und glucksen vor Lachen. Amira mimt gerade nochmals ausführlich und geräuschvoll ihr Gezehter beim Quickie. Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Orgasmusszene aus dem Film Harry und Sally. Nur dass Bootsmann nicht wie Harry konsterniert ist, sondern schallend lacht und sich dabei mit der Pfote auf die Schnauze haut. Während ich noch darüber nachdenke, ob dieses Verhalten für eine Prinzessin angemessen ist, flüstert Amira Bootsmann zu, dass sie die von mir so mit Spannung erwartete Mädelsquote kennt. An diesem Punkt will ich mich einschalten, denn die Beiden haben mich wahrlich genug zum Narren gehalten, aber da wache ich auf.

Neben mir liegt eine tiefenentspannte Königmutter und strahlt mich an. Je länger ich aber hinschaue, desto mehr verwandelt sich ihr Strahlen in ein Grinsen, ein diabolisches Grinsen. Und ich bin mir jetzt ganz sicher, Amira kennt die Mädelsquote. Aber dazu nächste Woche mehr und bleibt bitte alle gesund.

7. Woche der Trächtigkeit

21.03.2020

Während das Corona Virus die ganze Welt entschleunigt, herrscht in der Villa der Seeprinzessin reges Treiben. Die Vorbereitungen für das Welpenzimmer laufen auf Hochtouren. Gut, dass vom A-Wurf noch alles vorhanden ist, was wir auch jetzt wieder brauchen. Ich muss also lediglich auch sperrige Teile durch die enge Dachbodenluke aus dem Lager holen. Noch habe ich kein blaues Auge, dafür aber mehrere Schürfwunden. Was tut man nicht alles für die Hoheiten.

 

Das Welpenequipement ist also vollständig und so muss ich in Zeiten von "social distancing" lediglich das Futter für die Hoheiten und die Rudelchefin herankarren. Aus purem Aktionismus habe ich auch schon die Welpenprotokolle vorbereitet. Mann muss sich ja beschäftigen, wenn sämtliche Aktivitäten außerhalb der Villa gestrichen sind. 

Langsam trudeln nun auch die ersten Anfragen für Welpen bei uns ein, im übrigen bislang nur Mädelswünsche. Das kann ja heiter werden. Und nun denke ich natürlich darüber nach, wie ich in "diesen" Zeiten mit meinen Welpeninteressenten in Kontakt treten kann. Zu gerne möchte ich sie persönlich kennen lernen, aber aus Gründen der Sicherheit müssen wir andere Wege finden. Ein Date per skype  oder facetime wäre ja eine gute Option.

 

Amira macht sich derweil wenig Sorgen. Ihr Napf ist immer gut gefüllt, wir kuscheln ausgiebig und oft und bei herrlichem Sonnenschein gehen wir mit ausreichendem Abstand zu anderen spazieren. Alles läuft im wahrsten Sinne des Wortes "rund". Und so wünsche ich Euch eine schöne Woche und dass Ihr gesund bleibt.

6. Woche der Trächtigkeit

15.03.2020

Also, wenn mir irgendjemand erzählen möchte, dass Trächtigkeiten immer in etwa gleich ablaufen, dann kann ich nur müde lächeln. Es mag vielleicht sein, dass der Schwangerenmodus der Seeprinzessin dieses Mal deshalb so anders ist, weil ein Quickie-Date, im wahrsten Sinne zwischen Tür und Angel, der Auslöser hierfür war. Ich weiß es nicht. Fakt ist jedoch, dass Königinmutter Ende letzter Woche etwas unpässlich war und sich mehrfach erbrochen hat. Das kenne ich noch nicht von ihr, normalerweise gibt sie kein Futter freiwillig her. Interessant ist auch, dass sämtliche fremden Rüden Madam immer noch sehr attraktiv finden. Und das liegt gewiss nicht nur an ihrem hübschen Augenaufschlag. Lediglich der Herr Baron weiß Bescheid und winkt nur genervt ab, als ich ihm von dem Tandemlaufen mit befreundeten und verwandten Rüden erzähle, das ja eher typisch für die Standhitze ist. 

Zuhause entspannt die Seeprinzessin derweil, indem sie die Rudelchefin zu andauernden Streicheleinheiten für ihre Seele und natürlich die ihres hoheitlichen Nachwuchses motiviert. So unglaublich das auch klingen mag, aber auf einer Skala von 1-10 liegt der Kuschelfaktor der werdenden Mutter momentan bei 27,5. Und beim täglichen Liebkosen fällt mir auf, wie sich ihre Zitzen, die zukünftigen Welpenparking Positions, immer weiter verändern. Apropos, die Wurfkiste muss noch aufgestellt werden. Eine schöne Nachmittagsbeschäftigung, in diesem Sinne, Euch allen eine schöne Woche.

 

1. Woche der Gewissheit

03.03.2020

Pünktlich erscheinen die Seeprinzessin und ihr Gefolge in der Tierarztpraxis zum Ultraschalltermin. Wir werden bereits erwartet und in den abgedunkelten Raum geführt. Die Tierärztin, im übrigen eine sehr humorvolle Frau, beginnt ihre Untersuchung mit den Worten, also dies ist die Harnblase. Ich nehme es zur Kenntnis und hoffe auf Nachrichten, die ich noch nicht kenne. Dann meint sie lapidar, und wenn Amira keine weiteren Harnblasen hat, dann sind dies Welpenzimmer und sie ist definitiv trächtig. Ich schlucke die Freudentränen runter und stammle, ich würde Sie am liebsten umarmen. Die sehr schlagfertige Ärztin gibt mir lachend zurück, in Zeiten des Coronavirus keine gute Idee.

Es dauert noch eine Weile, bis ich realisiere, dass die letzte halbe Stunde kein Traum war. Nie hätte ich angenommen, dass der Quickie von Bootsmann und der Seeprinzessin Früchte tragen würde. Gute Freunde und erfahrene Züchter hatten mir schon geflüstert, dass schon weniger Sex Welpen hervorgebracht hat. Und ich dachte, sie wollten mich nur trösten. Falsch gedacht.

 

Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Wochen der Trächtigkeit und ich bin endlich auch wieder tiefenentspannt.

© 2018 Michaela Kuhnt