A- Wurf Wochenrückblick

Amira von der Eifelbuche

8. Lebenswoche

08. Juli 2018

Mich fragen die Leute oft, ob das Aufziehen der Welpen nicht wahnsinnig anstrengend ist und ich nicht froh sein würde, wenn sie alle ausgezogen sind. Ich habe das zu keinem Zeitpunkt bejahen können, auch diese Woche nicht, wo nun tatsächlich sechs der neun Fellnäschen ausziehen. Und ich weiß auch warum. Für mich ist die Zucht mit Amira kein Geschäft, von dem ich leben muss, sondern eine herzerwärmende Aufgabe.

Es hat mir nie etwas ausgemacht, dass die Knutschbären jeden Tag den Dichtungsgummi aus der Terrassentür gefummelt haben und ich ihn wieder rein fummeln musste. Ich fand es auch nicht schlimm, die Reste ihrer Hinterlassenschaften von der Wand zu kratzen. Ja mein Schlafzimmer muss neu gestrichen werden. Ich habe es geliebt, ihre 24 Stunden Betreuerin zu sein und auf die Hosen, die ich bei ihnen im Auslauf getragen habe und die im Knöchelbereich perforiert sind, pfeif ich. Ich werde es vermissen, wenn sie bis in die Küche gefiept haben, dass sie Hunger haben und ich mich gefälligst beim Anrühren des Futters beeilen soll. Nie werde ich die begeisterten Rufe und die glänzenden Augen vergessen, wenn ich ihnen den Futterring mit einem Pfiff auf den Boden gestellt habe.

Am Dienstag haben meine Rabauken mit Bravour den Tierarztbesuch gemeistert. Impfen, Chippen, Blutabnahme, alles kein Problem für die Rasselbande. Und wer glaubt, dass sie nach der Tortour müde waren, der täuscht sich gewaltig. Im Garten haben sie nochmal richtig aufgedreht, wie eben jeden Tag. Auch die Wurfabnahme durch die Zuchtwartin war ein Kinderspiel für die Rabauken. Mir wurden vorzügliche, sehr familiäre Aufzuchtbedingungen bescheinigt. Und die Seeprinzessinnen und Seeprinzen haben sich, ganz zu meiner Freude, sehr selbstbewusst und freundlich präsentiert. Ich kann sie also mit gutem Gewissen in die Hände meiner Traumwelpenbesitzer übergeben und das habe ich am Wochenende dann auch getan. Jetzt hoffe ich natürlich, dass auch Abaro, Anjali und Alira noch ein tolles Zuhause finden. Dann wäre mein Glück vollkommen.

7. Lebenswoche

01. Juli 2018

Eine total aufregende Woche liegt hinter uns. Gleich am Montag kam eine Profifotografin, die alle Seeprinzessinnen und Seeprinzen ins rechte Bild gerückt hat. Die Fellnasen haben super mitgemacht und hatten wirklich Spaß dabei. Das Posen haben insbesondere Alira und Anjali ganz gut drauf. Die Herren der Schöpfung spielten dagegen lieber Fußball und haben sich hier richtig ins Zeug gelegt. Fotos werden mit etwas Geduld bald in der Welpengalerie zu sehen sein.

Und dann stand der erste Autoausflug auf dem Programm. Für Atreju, unsere Autogeburt, war das natürlich gar kein Problem. Die anderen haben erst ein bisschen rumgemotzt, dann aber die kurze Fahrt zur Wiese am Wald akzeptiert. Dort ausgestiegen, trafen wir auf zwei Damen mit ihren Labradorhündinnen, die die Rasselbande erst mal aufgemischt hat. Amira hat auch hier wieder ihre tollen Mutterqualitäten gezeigt. Sie war freundlich zu den fremden Hündinnen, hat aber trotzdem aufgepasst, dass den Kleinen nichts passiert. Die beiden Damen haben ganz entgeistert reagiert, weil sie mit deutlich mehr Abwehrverhalten von der Seeprinzessin gerechnet hatten. Ich selbst hätte um ein Haar die Erde geküsst, weil die kleinen Fellnasen sich nur an mir orientiert haben und es zwischen, vor und hinter meinen Füßen nur so gewuselt hat.

Aber das Leben hat eben nicht nur spaßige Seiten. Mitte der Woche mussten wir entwurmen und das hat den kleinen Hoheiten gar nicht geschmeckt. Sie haben sich mit allen verfügbaren Pfoten und ihren sehr spitzen Zähnchen gewehrt. Mein Appell an die Pharmaindustrie. Macht doch das Zeug schmackhafter, z.B. mit Rinderherzaroma. Das hätten meine Knutschbären sicher toll gefunden und mich nicht nach Strich und Faden perforiert. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Ich sehe aus, als wäre ich Raubtierdompteur. Wie es weiter geht, erfahrt Ihr hier nächste Woche…..

6. Lebenswoche

24. Juni 2018

Wer in der großen weiten Welt bestehen will, muss entsprechend vorbereitet sein. Auf unserem Welpenspielplatz gibt es genug Abenteuer und Reize, die die Kleinen inzwischen ohne Probleme meistern. Meine Kreativität ist hier also gefordert. Also mähe ich zur Abwechslung mal den Rasen. Das Motorengeräusch fanden die Rabauken zwar spannend, aber nicht besonders beeindruckend. Gut denke ich, dann werde ich gleich noch staubsaugen. Aber auch das lässt die Rasselbande kalt. Ist gar nicht so einfach, die schwarz-blonde Meute aus der Reserve zu locken.

Also lade ich am nächsten Tag die Nachbarshündin Mila, eine sportliche Labradordame und ihre Besitzer ein. Mila begrüßt die Hoheiten sehr freundlich und ist überaus vorsichtig. Die Rabauken grüßen freundlich zurück. Schön, dass alle so entspannt sind. Das klappt doch schon mal ganz gut, freue ich mich. Auch in das tägliche Wiegen baue ich nun weitere Aufgaben ein. Ich nehme mir jeden Rabauken einzeln vor und übe mit ihm. Dazu gehören das Zähne zeigen, Rute und Körper angreifen lassen, das Bürsten, den eigenen Namen mehrmals anhören, mit dem Futterbeutel spielen und so kleine Kommandos wie „Sitz“. Das funktioniert mal besser und mal weniger. Fix ist aber, dass keiner der kleinen Hoheiten Probleme hat, sich überall am Körper angreifen zu lassen.

Meine Traumwelpenbesitzer besuchen uns regelmäßig, haben Spaß mit den Kleinen und können die Abholung gar nicht mehr erwarten. Prinzessin Anjali und Alira und Prinz Abaro suchen allerdings noch ihren Traumwelpenbesitzer. Das kann ich gar nicht verstehen, denn die drei blonden Hoheiten sind besonders schön gezeichnet und einfach nur entzückend. Und als Züchterin bin ich natürlich der Meinung, dass mein Wurf der allerschönste und beste ist, was auch sonst, aber mehr dazu nächste Woche.

5. Lebenswoche

17. Juni 2018

Der Welpenspielplatz im Garten ist endlich fertig. Zelt, Tunnel, Hütte, Flatterbänder und eine Muschel zum Baden stehen bereit und wollen inspiziert werden. Und so öffnen sich die Tore für die Rasselbande, die sich schon lautstark beschwert hat, dass sie die große Freiheit nicht genießen darf. Die Seeprinzessin ist natürlich dabei und hat richtig viel Spaß dabei, den Lütten den Garten zu zeigen. Sie spielt den Pausenclown, um die Rasselbande zum Spielen zu animieren. Die jedoch sind von so vielen neuen Eindrücken total geflasht.

Die kleinen Fellnasen wachsen rasant und die Koordination wird immer besser. Stolpern und überschlagen sie sich anfangs noch beim Rennen über die Rampe, so sieht das nach wenigen Tagen fast schon elegant aus. Da wird galoppiert, werden Haken geschlagen, kleine Attacken gegen die Geschwister gestartet und alles inspiziert, was die große Tante da so aufgebaut hat. Die kleinen Fellnasen sind völlig unerschrocken, rennen durch den Tunnel und haben Spaß mit den Flatterbändern.

 

Die armen Traumwelpenbesitzer, denke ich mir. Noch ahnen sie nicht, was für Rabauken da heranwachsen. Beim Besuch sind alle immer zuckersüß, aber das täuscht. Manch einem der Seeprinzen wachsen schon kleine Hörner und einen Pferdefuß habe ich auch schon entdeckt. Amira hat ganz schön zu tun und beginnt erste Frechheiten entsprechend zu ahnden. Besonders ein kleiner Seeprinz, dessen Name hier nicht genannt werden will, treibt es manchmal auf die Spitze und da reißt auch bei der Seeprinzessin mal der Geduldsfaden. Ja, Erziehung muss sein und da nützt auch der treuherzigste Blick nichts. Aber dazu nächste Woche mehr…

4. Lebenswoche

10. Juni 2018

So langsam kristallisiert sich heraus, wer hier die Hosen an hat und wer eher verträumt und verschlafen ist. Zu den Verträumten gehören definitiv Antero, Alvaro und Alira, die ihr Welpendasein genießen, sich die Wampe voll hauen und danach relaxen. Und dann wären da die Pseudoruhigen, die ab und an aufdrehen, wie Attilo oder Arylon. Oder aber die selbstbewusste Alischa, die so aussieht als könnte sie kein Wässerchen trüben, die es aber faustdick hinter den Ohren hat und immer genau weiß, was sie will. Sie ist nicht nur äußerlich, sondern auch vom Verhalten ein Ebenbild der Seeprinzessin.

Tja und dann hätten wir noch das Trio Infernale. Wo sie auftauchen, muss man sich ganz warm anziehen. Sie sind regelrecht auf Krawall gebürstet, machen Bocksprünge und randalieren im Welpenzimmer, dass mir manchmal ganz Himmelangst wird. Zu diesen Rabauken gehört z.B. Prinzessin Anjali, die nicht einsehen will, dass in der Welpenkiste eine Folie unter der Decke liegen muss. Sie findet, das Zeug muss weg und zwar nachts. Und dann gehört dem Trio noch Prinz Atreju, der Schlimmste der Drei, und Abaro, sein Schatten, an. Sie drangsalieren ihre Geschwister, ziehen an Ohren, beißen in Ruten und in den Nacken und wollen ganz genau wissen, wie das mit dem Unterwerfen funktioniert.

Ich möchte hier nicht näher ausführen, wie es morgens nach dem Füttern zugeht, wenn ich verzweifelt versuche, den Boden zu wischen, neue Unterlagen und Decken aufzulegen und die Spielsachen auszutauschen. Eine geschlagene Stunde bin ich da zu Gange, weil ich mehr damit beschäftigt bin, kleine knabbernde Mäuler von meinen Zehen fern zu halten, aufzupassen, dass man in dem Gewusel nicht auf Pfötchen oder Ruten tritt und das Trio Infernale vom Wischlappen, den sie beschlagnahmen möchten, abhalten muss. Ich brauche jetzt erst Mal einen Kaffee oder irgendetwas anderes Nervenstärkendes...

3. Lebenswoche

03. Juni 2018

Amira weigert sich zum Säugen in die Wurfkiste zu steigen. Die spitzen Krallen und die kleinen Zähnchen, die jetzt bereits spürbar sind, scheinen es ihr sichtlich schwer zu machen. Also muss ich mir etwas einfallen lassen. Zunächst erhöhe ich die Ration der Flaschennahrung, was insbesondere bei Arylon auf Begeisterung stößt. Amira hat dadurch Erholungszeiten. Und weil sie so gerne auf meinem Bett liegt, kommt mir die Idee, die kleinen Fellnasen dort säugen zu lassen. Gedacht, getan. Ich reiche ihr zunächst einmal Alira und Abaro und lege die beiden an die dicksten Zitzen. Amira scheint es zu genießen, wie sie hofiert wird. Sie ist eben eine echte Prinzessin. Und so kommen die kleinen Hoheiten nun doch noch zur heiß ersehnten Muttermilch.

In der Wurfkiste wuselt es nun immer mehr. Die Kleinen geben alle möglichen Töne von sich, die von jammern über so etwas wie bellen und heulen bis zu brummen reichen. Und sie machen Ausbruchsversuche. Insbesondere Atreju tut sich hier hervor und ist bei allem Unfug immer in der ersten Reihe. Es wird nun also Zeit den Auslauf ins Schlafzimmer zu öffnen. Begeistert stürmt die Bande aus der Wurfkiste und nimmt gleich alles in Beschlag, was sich ihnen in den Weg stellt. Ich weiß wirklich nicht, wie lange ich sie hier noch aufhalten kann, wahrscheinlich muss ich den Rabauken Anfang nächster Woche auch die Tür in den Garten öffnen.

Bevor dies aber realisiert wird, treffen nun erst mal die Traumwelpenbesitzer ein. Sie schaffen es tatsächlich, dass meine Rasselbande und ich am Ende des Tages in ein tiefes Koma fallen. Es ist für alle sehr anstrengend gewesen, aber andrerseits auch schön, dass man sich endlich kennen lernen durfte. Meine Seeprinzen und Seeprinzessinnen haben sich auf alle Fälle vorbildlich, geradezu perfekt verhalten und ich platze vor Stolz. In diesem Sinne, Euch allen einen schöne Woche und viele Grüße aus der Welpenvilla!

2. Lebenswoche

27. Mai 2018

Ich habe dunkle Augenringe. Woher die kommen, ist jedem klar. Die kleinen Seeprinzessinnen und Seeprinzen sind eben auch nachts aktiv und ich mit ihnen. Amira hält tapfer durch und gibt ihr Bestes. Allerdings ist sie wenig amused von den kleinen Krallen, die immer spitzer werden. Also schreite ich mit einer Babynagelschere bewaffnet zur Tat und kürze die messerscharfen Krallen. Irgendwie ist es nachher auch nicht besser, vielleicht müsste man sie noch feilen. Mensch ich habe doch keine Ausbildung in Welpenmaniküre. Amira blickt mich an, als wollte sie sagen: behalte die Ruhe, wir kriegen sie schon satt.

Sie hat natürlich Recht wie immer, wir bekommen die Kleinen tatsächlich satt, aber nur, weil ich jetzt auch ab und zu ein Fläschchen Welpenmilch verabreiche. Arylon und Atreju sind ganz wild auf dieses Zusatzangebot. Da wird dann wild mit den Vorderbeinchen gerudert, während der Nuckel tief im Schlund verschwindet. Alischa, die schwarze Schönheit, hingegen weigert sich strikt den ekeligen Schnulli, der so gar nicht an Mamas Zitze erinnert, zu akzeptieren. Sie nimmt trotzdem wie die anderen zu. „Eigenartig“ denke ich, aber alleine das Resultat ist doch entscheidend.

Und dann passiert es, Arylon schlägt als Erster die Äuglein auf. Zunächst sieht man nur einen kleinen Spalt, der dann immer größer wird. Er sieht fast ein bisschen verwundert aus: „das soll sie also sein, die große weite Welt“. Es ist einfach unglaublich und ich kann mein Glück gar nicht fassen. Und dann folgen die anderen und schauen mich an. Jeden Tag sieht man jetzt Veränderungen. Die kleinen Fellnasen werden immer agiler und halten Amira und mich ganz schön auf Trab, aber mehr dazu nächste Woche….

1. Lebenswoche

20. Mai 2018

Amira, mein ganzer Stolz, ist eine „Weltklasse“-Mama. Sie kümmert sich wirklich rührend um ihre Welpen, gibt alles, damit sie satt werden und massiert nach jeder Mahlzeit ihre Bäuchlein mit der Zunge. Als Dank dafür nehmen die Kleinen Tag für Tag zu und grunzen wohlig nach dem Besuch an der Milchbar. Es ist alles so friedlich und harmonisch. Naja fast, denn weniger friedlich geht es im Hauswirtschaftsraum zu. Meine Waschmaschine steht kurz vor dem Kollaps. Mehrere Waschfüllungen pro Tag kennt sie nicht, aber da muss sie durch, denn die Welpis wollen immer ein sauberes Nest.

Die Seeprinzessin bekommt nun täglich vier Mahlzeiten und obwohl sich das nach Übergewicht anhört, ist das Gegenteil der Fall. Neun kleine Leckermäuler satt zu bekommen, ist eine auszehrende Aufgabe. Die Kleinen haben es da schon leichter, trinken und schlafen und ab und zu ein kleiner Pups. Und ich habe es am einfachsten, ich sitze auf meinem Bett neben der Wurfkiste und lasse mich von dem Welpenkino hypnotisieren. Auch Baron ist ganz fasziniert. Amira gewährte ihm, nach einer Woche der Trennung, gestern endlich eine Audienz. Mit Argusaugen beobachtet sie, wie er sich langsam an die Wurfkiste heranwagt. Klug wie er ist, bleibt er in respektvollem Abstand, denn er weiß, wer einen Schritt zu nah kommt, der rüttelt bei Amira am Watschenbaum.

Während die Seeprinzessin und ihr Gefolge derzeit also eher ruhig und gelassen sind, werden die Welpeninteressenten langsam hektisch. Ich werde mit Fragen nach dem ersten Besuchstermin bombardiert und bräuchte alleine für die Terminvergabe eine Sekretärin. Eigentlich eine gute Idee, denn die könnte dann auch gleich waschen und einkaufen. Wie es weitergeht erfahrt ihr hier, nächste Woche….

9. woche der Trächtigkeit

12. Mai 2018

Die letzten Tage vor der Geburt vergehen im Routinemodus. Der Bauchumfang der Seeprinzessin nimmt stetig zu. Sie hat jetzt eine Form, die eher an eine Seerobbe erinnert, als an eine Prinzessin, aber das ist uns egall. Weil ich optimal vorbereitet sein möchte und ich gehört habe, dass die Tiermütter im Land und zwischen den Meeren nur bei auflaufendem Wasser gebären, habe ich mir schon mal vorsorglich den Gezeitenkalender von Sylt besorgt. Ich messe außerdem zwei Mal täglich die Körpertemperatur, denn ein Abfall um 1°C zeigt uns die bevorstehende Geburt an. Und dann ist es soweit! Am Donnerstag fällt sie deutlich ab.

Was dann folgt stellt jeden Krimi in den Schatten. Noch am Donnerstag gräbt die Prinzessin gleich neben der Terrasse eine 50 cm tiefe Wurfhöhle für den Fall, dass ihre Wurfkiste sich plötzlich in Luft auflöst. Am Freitag zeigt sie nun deutliche Presswehen. Verdammt, meine Helfer sind noch nicht da! Ich flüstere der Prinzessin zu noch zu warten, aber sie will nicht. Pünktlich um 10:00 Uhr wird die erste Seeprinzessin geboren. Ein blondes Mädchen und ich freue mich, dass ich mit dem Hinweis auf das Blondgen nicht zu viel versprochen habe. Inzwischen ist meine Helferin eingetroffen. Es bleibt nicht viel Zeit, da kommt schon Nummer zwei, ein blonder Seeprinz. Schon wieder blond, denke ich, und hoffe insgeheim, dass das Blondgen nicht so seine Tücken hat.

Die Seeprinzessin hat es schwer, sie presst und presst und trotzdem dauert es unendlich lange bis zur nächten Geburt. Meiner Helferin und mir kommt das komisch vor, also packen wir Mama und Welpen ein und fahren zur Tierklinik. Mit tatütata rase ich gegen Flensburg und komme an ein Stauende. Ich improvisiere und umfahre auf holpriger Straße den Stau. Petra ruft mir von der Rückbank zu "sie presst, fahr langsam" und da plumpst ihr schon ein schwarzer Seeprinz in den Schoß. Eine klassische Autogeburt, die Hose ist ruiniert, aber der Kleine ist fidel, saugt an ihrem Arm und sucht durch das T-Shirt die Brustwarze. Das kann ja heiter werden! Wird es auch, denn im Behandlungsraum der Tierklinik plumpst der nächste Seeprinz auf die Welt. Wieder Zuhause gab es dann noch viele aufregende und emotionale Momente. Aber jetzt nach fast 18 Stunden Gebären tritt Ruhe ein. Neun süße Seeprinzessinnen und Seeprinzen saugen bei Mama und schlafen friedlich.

 

Und mehr gibt es für Euch dann nächste Woche, bis bald...

8. woche der Trächtigkeit

05. Mai 2018

Wenn ich meine Hand ganz vorsichtig auf den Bauch meiner Seeprinzessin lege, dann kann ich sie spüren, Anisa und ihre Geschwister. Bislang sind die Bewegungen nicht so kräftig. Den kleinen Fellnasen scheint es also noch sehr gut in ihren Welpenzimmern zu gefallen. Es ist ja auch noch ein paar Tage Zeit bis zum Schlüpfen. Nächste Woche wird das Gerangel der Rasselbande deutlich zunehmen. In den letzten Tagen vor der Geburt soll man dann ja angeblich die Pfötchentritte und Boxhiebe sogar durch die Bauchdecke sehen.

Amira schaltet nun Tag für Tag einen Gang herunter. Die Spaziergänge werden kürzer und die werdende Mama lässt sich hinter mir mit angezogener Handbremse herschleppen. Aber Bewegung muss sein. Ich erkläre es der Prinzessin immer wieder, während sie nur abwinkt, so als wollte sie sagen „bin ich schwanger oder du“.

Im Wurfzimmer ist auch alles vorbereitet und die Hebamme und ihre Helfer stehen Gewehr bei Fuß. Mir bleibt die nächsten Tage also nur, Geduld zu haben und abzuwarten. Drückt uns die Daumen für eine reibungslose Geburt und vielleicht gibt es dann beim nächsten Wochenrückblick schon Welpenfotos...

7. woche der Trächtigkeit

28. April 2018

Die bevorstehende Geburt nimmt mich so gefangen, dass ich sie auch nachts in meinen Träumen verarbeite. Gestern Nacht habe ich mal wieder wie eine Verrückte die Sollbruchstelle auf der Nabelschnur gesucht. Schwester Anja will mir den Knipser und Tupfer reichen, weil sie glaubt, dass ich fündig geworden bin, was aber nicht der Fall ist. Meine Verzweiflung steigt, es treten mir Schweißtröpfchen auf die Stirn. „Ruhig Blut“ raunt mir Schwester Anja zu und setzt mir meine Brille auf. Ach ja, da war doch was. Und als ich wieder auf die Nabelschnur blicken will, wache ich schweißgebadet auf. Amira, die neben mir geschlafen hat, schaut mich leicht amüsiert an, als wollte sie sagen: „na, hast Du die Sollbruchstelle endlich gefunden?“

Ich muss mich dringend ablenken, also nehme ich mein Strickzeug und lege los. In allen anderen Lebenssituationen hat stricken immer gut funktioniert, um mich wieder in meine Mitte zu bringen. Hier ist das anders. Ich will gerade überprüfen, ob der Ärmel schon die erforderliche Länge hat, nehme also das Maßband in die Hand und da habe ich plötzlich eine ganz andere Assoziation. Mit dem Maßband bewaffnet gehe ich zu meiner Seeprinzessin und lege es sanft über ihre füllige Körpermitte. „Wir“ haben zugelegt. Wenn das so weitergeht, dann wird sie wohl kugelrund werden, denn wir haben immerhin noch zwei Wochen bis zur Geburt!

Während meine Nervosität steigt, wird Amira immer ruhiger. So soll es sein. In diesem Sinne, Euch allen eine schöne Woche und bis bald!

6. woche der Trächtigkeit

21. April 2018

Ich habe beim ausgiebigen Kuscheln mit der Seeprinzessin festgestellt, dass die „parking positions“ an der Milchbar so langsam richtig an Größe zunehmen und sich sogar ein Hof um die Zitzen herum gebildet hat. Also acht Fellnasen werden schon mal ganz locker das Objekt ihrer Begierde finden. Und wer hätte es gedacht, es gibt noch zwei Reserveplätze ganz vorne. Mutter Natur hat das sicher wohl wissend so eingerichtet, für den Fall, dass hier eine kleine Fussballmannschaft ohne Torwart zur Welt kommt.

Ach ja, und die Wurfkiste - aus heimischer Produktion wohlgemerkt - ist auch eingetroffen. Mühsam habe ich das riesige Geburtsmöbiliar neben meinem Bett eingepasst und die entsprechenden Unterlagen und das Vetbed hinein drapiert. Der Herr Baron hat sich sofort angeboten, Probe zu liegen und er hat die Kiste für gut befunden. Ja so gehört sich das in einer Villa der Hoheiten. Hier wird zwar nicht vorgekostet, denn die Seeprinzessin würde kein Milligramm ihres Futters hergeben, dafür wird aber alles andere durch den Herrn des Hauses vorgetestet.

Ich werfe noch einen Blick auf die Körpermitte meiner Amira. Sie wirkt jetzt schon sehr kompakt. Aber wer will schon als werdende Mutter grazil sein? Jetzt haben andere Dinge Priorität. Im übrigen sind Models in Übergrößen gefragt und vor allem ihre Kids. Die Interessentenliste wächst. In diesem Sinne, Euch noch eine schöne Woche und bis bald!

5. woche der Trächtigkeit

15. April 2018

Während die Seeprinzessin so langsam ihre Taille verliert und eine eher unschöne zylindrische Körperform annimmt, mutiert die Rudelchefin zur Shopping Queen. Im Web findet man ja allerlei Nützliches für die Geburt und Aufzucht der kleinen Seeprinzessinnen und Seeprinzen. Und da kann man sogar lokale Anbieter unterstützen, das gefällt mir. Ich entscheide mich also nicht für die Wurfkiste von Amazon, sondern für die von einem Hersteller aus Schleswig Holstein. Entsprechende Decken und Unterlagen, in allen möglichen und unmöglichen Designs, bietet das Web zu Hauf. Die Versuchung hielt sich hier aber in Grenzen, denn meine Kolleginnen haben mir ihre ausrangierten Handtücher und Bettlaken bereits vor Wochen zur Verfügung gestellt. Aber bei dem süßen Hundeschlafsack konnte ich dann doch nicht nein sagen. Bin gespannt wie die A-lies den überdimensionierten Hauspantoffel annehmen werden.

Auch der Außenbereich wird nun langsam bestückt. Da gibt es ein Zelt, einen Tunnel, eine Hundehütte, natürlich mit Isolierung, denn die Kleinen sollen ja nicht frieren, und selbstverständlich die allseits bekannten Muscheln, die mit Sand, Bällen oder Wasser befüllt werden können, um den Kleinen möglichst viele Eindrücke zu vermitteln. Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt und ich werde sicher selbst noch handwerklich tätig werden, damit es den Fellnasen an nichts fehlt und sie ausgiebig bespaßt werden können.

Eigentlich könnte also schon morgen der 13. Mai sein, denn wir sind perfekt ausstaffiert. Fast, denn als Hundehebamme, die ich ja bald sein darf, muss ich natürlich noch das Hebammenset mit 42 homöopathischen Mitteln meines ehemaligen Arbeitgebers, selbstverständlich im schicken Lederetui, besorgen. Wie gut, dass mir die Telekom immer noch kein Internet zur Verfügung gestellt hat. Nicht auszudenken, was ich da sonst noch alles bestellt hätte.

Amira schläft, derweil ich diese Zeilen schreibe. Ganz gemütlich liegt sie neben mir mit ihrem Kopf auf meinem Schoß und genießt ihre Schwangerschaft. So soll es sein, in diesem Sinne Euch allen eine schöne Woche und bis bald!

4. woche der Trächtigkeit = 1 Woche der Gewissheit

06. April 2018

WIR sind schwanger! Also eigentlich ist nur die Seeprinzessin tragend, wie der gestrige Ultraschall ergeben hat. Aber weil das so eine große Freude ist, nehmen so viele Nahestehende an dieser Trächtigkeit teil. Ein beeindruckendes Wir-Gefühl entsteht da gerade, das Fans der Nationalelf sicher gut verstehen.

Aber nochmal zurück zum Ultraschall. Im abgedunkelten Zimmer starre ich wie gebannt auf den Bildschirm, als die Tierärztin zur Tat schreitet und den Bauch der Seeprinzessin abschallt. Und siehe da, schon nach wenigen Momenten findet sie das Objekt meiner Sehnsüchte. Das Bild ist klar und deutlich und man sieht sogar ein kleines Herzchen schlagen. Die Tierärztin meint, dass die Kleinen noch nicht so weit entwickelt sind, wir haben ja auch erst den 26. Tag der Trächtigkeit. Trotzdem sieht man deutlich abgegrenzte Welpenzimmer mit Bewohnern in beiden Uterushörnern meiner Amira.

 

Amira findet das ganze Prozedere weniger spannend und tritt mit der Hinterpfote das unangenehm feuchte Gerät immer wieder weg, so dass wir nach der fünften gesichteten Fellnase entscheiden, genug gesehen zu haben. Ich werde noch kurz instruiert, wie die nächsten Wochen abzulaufen haben und schon ist er vorbei, der aufregendste Moment der letzten Wochen.

Natürlich werde ich meine Seeprinzessin, das wandelnde Mutterschiff, weiterhin mit Argusaugen vor jeglichem Stress behüten. Baron hilft mir dabei wie immer. Er ist der Ruhepol der Villa der Hoheiten und der Wächter der werdenden Mutter. In diesem Sinne Euch noch eine sonnige Woche und bis bald!

3. Woche nach dem Deckakt

01. April 2018

Es ist weiterhin ruhig in der Villa der Seeprinzessin. Das Lehrbuch sieht für unsere 3. Woche nach dem Deckakt die Einnistung der Embryonen in die Gebärmutterwand vor. Wie die Zinnsoldaten reihen sich hoffentlich die werdenden Prinzen und Prinzessinnen in den beiden Uterushörnern von meiner Amira hintereinander. Die Natur regelt dies so genial, dass jeder Embryo sein eigenes Welpenzimmer mit genügend Abstand zum Geschwisterchen hat. Das hört sich theoretisch wieder mal ganz toll an, aber praktisch merke ich rein gar nichts. Nicht mal die prognostizierte Übelkeit ist eingetreten. Naja, das hat andrerseits ja auch Vorteile ..... für den Teppich.

Aber wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin, ist das Kuschelbedürfnis meiner ohnehin schon sehr kuscheligen Seeprinzessin auf einer Skala von 0-10 bei inzwischen 15 angelangt. Gestern hat sie „erstmals“ versucht, sich zu mir auf die sowieso schon sehr kleine Chaiselongue zu quetschen. Das war zugegebenermaßen für uns beide nicht sehr bequem, auch wenn ich wirklich ausgesprochen gerne innigen Körperkontakt mit meinem Mäuschen habe.

Nächste Woche haben wir nun endlich den Ultraschalltermin, der hoffentlich die ersehnte Gewissheit gibt. Ich bin ja so gespannt, bis in die letzte Haarspitze meiner Prinz Eisenherzfrisur. Ich wünsche allen frohes Ostereiersuchen und melde mich nächste Woche wieder.

2. Woche nach dem Deckakt

25. März 2018

Zwei Wochen nach dem Deckakt sah es zunächst so aus, als gäbe es keine besonderen Vorkommnisse zu berichten. Nach Lehrbuch sollen sich inzwischen die Eizellen der Seeprinzessin und die Spermien von Anton gefunden haben. Fast eine Woche haben sie sich vergnügt im Einleiter aufgehalten, bis es nun zu Zellteilungen kommt. Aha. Die Seeprinzessin frisst derweil munter weiter wie ein Scheunendrescher und kuschelt wie eh und je. Ich kann einfach nichts feststellen, was auf eine mögliche Trächtigkeit hindeuten könnte. Auch der Herr Baron ist keine wirkliche Hilfe. Er meinte lediglich, ich soll mich nicht so anstellen und das Ergebnis des Ultraschalls abwarten. Danke Baron, darauf wäre ich selbst nie gekommen…

Ich glaube ja, er steckt mit der Seeprinzessin unter einer Decke und die beiden spannen mich absichtlich auf die Folter. Ich versuche mich also zu entspannen, lenke mich ab und starte tatsächlich so blödsinnige Aktionen, wie z.B. mir vom Friseur einen Prinz Eisenherz-Schnitt verpassen zu lassen. Na toll, jetzt kann ich das Haus nur noch mit Mütze verlassen, aber wenigstens passt der Haarschnitt jetzt zu meinen Hoheiten.

Mitte der Woche hat sich aber nun doch etwas ereignet, was Erwähnung findet. Amira hat bei unserem Morgenspaziergang die Nachbarskatze entdeckt und kurzer Hand auf den nächsten Baum gejagt. Ich könnte ja nun vermuten, dass ihr der Futternapf zu leer ist und sie wie der Alien Alf Lust auf Futterabwechslung hat. Vielleicht will sie aber nur das Sportprogramm für Frühschwangere beginnen. Wir bleiben am Ball und informieren Euch nächste Woche wieder!

1. Woche nach dem Deckakt

17. März 2018

Die erste Woche nach dem Deckakt geht ihrem Ende zu. Und wenn man diversen Züchtermeinungen und der Literatur glauben darf, dann befindet sich die Seeprinzessin bereits in einem hormonellen Paralleluniversum. Spermien und Eizellen haben sich hoffentlich gefunden. Angeblich gehen belegte Hündinnen sofort in den Schwangerenmodus über. Ich als unbeleckte Züchterin frage mich natürlich, woran ich nun merke, dass meine Hündin Welpen „ausbrütet“.

 

Gerade in den ersten 4 Wochen scheinen ja kaum körperliche Beeinträchtigungen aufzutreten. Da sollen andere Züchter höchstens ein erhöhtes Kuschelbedürfnis, ein vermehrtes Ruhebedürfnis und absonderliche Futtervorlieben bemerken. Tja, und hier steige ich aus, denn Amira ist bereits eine Knutschpuppe und daher ist es sehr schwierig zwischen einem hohen und einem erhöhten Kuschelbedürfnis zu unterscheiden.

 

Ähnlich ist es mit den Futtervorlieben. Sie frisst einfach alles, ich könnte also höchstens darauf achten, ob sie irgendetwas nicht mehr mag. Das ist bislang aber nicht der Fall. Vielleicht sollte ich mal den Herrn Baron befragen. Als perfekter Indikator für den optimalen Deckzeitpunkt, kann er mir vielleicht auch verraten, ob Amira tragend ist oder nicht. Ich rede mal mit ihm und melde mich wieder, nächstes Wochenende. Bis dahin wünsche ich Euch allen eine schöne Woche!

© 2018 Michaela Kuhnt